Hitzewelle in Deutschland: Regionen rationieren Trinkwasser-Nutzung

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Von: Patrick Mayer

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Extreme Hitze plagt Europa Anfang Juli. Die EU berät über eine Wasser-Rationierung, die in Teilen Deutschlands wie etwa am Bodensee schon Realität ist.

Bodensee - Es hält seit Tagen an in der Bundesrepublik: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt in weiten Teilen Deutschlands, zum Beispiel in Hessen und in Frankfurt, vor „extremer Hitze“.

Extreme Hitze im Sommer: Debatte über Hitzefrei und Wasser-Rationierung in Deutschland

Die Grünen und die Linken schlagen ein gesetzliches Hitzefrei vor, während die Union aus CDU und CSU sich reserviert gegenüber diesem Vorschlag zeigt. Ein Vergleich zeigt: Zum Beispiel in Spanien ist die Siesta nicht gesetzlich verankert - für manchen vielleicht wider Erwarten.

Die IG Bau fordert laut NDR indes, dass es im Fall von hohen Temperaturen auf den Baustellen jede Stunde 15 Minuten bezahlte Pause geben solle. Und während die Europäische Union (EU) über rechtlich verbindliche Regeln für Wasser-Rationierungen diskutiert, war diese am Dienstag (1. Juli) in manchen Regionen Deutschlands behördlich schon in Kraft getreten – zum Beispiel im Süden von Baden-Württemberg.

Der Bodensee hat seit Wochen Niedrigwasser, wie hier bei Bodman-Ludwigshafen im Überlinger See.
Der Bodensee hat seit Wochen Niedrigwasser, wie hier bei Bodman-Ludwigshafen im Überlinger See. © IMAGO / imagebroker

Wasser-Regeln in Deutschland: Etliche Landkreise reagieren auf extreme Hitze

Wie Focus Online berichtete, hatten bis Dienstagnachmittag (Stand: 14.30 Uhr) rund 40 deutsche Landkreise strengere Regeln zur Wasserentnahme zum Beispiel für Landwirte, Gärtner oder städtische Mitarbeiter, die Blumenbeete pflegen, erlassen. Teils ist das Entnehmen von Wasser mittels Pumpen auf genehmigungspflichtig gestellt. Etliche Landkreise hätten ihre Bürgerinnen und Bürger zudem zu eigenverantwortlichem Wassersparen aufgerufen, zum Beispiel, wenn es darum geht, den eigenen Garten zu bewässern oder Autos zu waschen.

Mehrere Landkreise, die dem Bericht zufolge bereits strengere Regeln für die Wasser-Nutzung aufgestellt haben, finden sich im Süden und Südosten Baden-Württembergs, zwischen Reutlingen, Ravensburg, Bodensee und Schwarzwald-Baar-Kreis. Dort ist zum Beispiel derzeit die Wasserentnahme aus Seen, Flüssen und Bächen untersagt. Betroffen sind insbesondere auch mehrere Landkreise in Nordsachsen, im südlichen Brandenburg und in Sachsen-Anhalt. In Hessen galt für den Landkreis Hersfeld-Rotenburg, dass die Entnahme von Wasser aus sogenannten „Oberflächengewässern“ untersagt ist. Ob und wie das vor Ort jeweils kontrolliert werden soll, war dagegen nicht klar.

Extreme Hitze in Deutschland: Diskussionen über Wasser-Rationierungen

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) verlangt indes noch mehr Maßnahmen. „Wenn die Daten eine akute Wasserarmut belegen, darf kein Wasser für die Freizeitgestaltung genutzt werden, dann muss das Bewässern von Golf- und Tennisplätzen oder Gärten für eine begrenzte Zeitspanne untersagt werden“, meinte DStGB-Hauptgeschäftsführer André Berghegger im Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ): „Nahrungsmittelproduktion und ausreichend Trinkwasser müssen immer Vorrang haben.“ Er rate „den Gemeinden in trockenen Regionen, solche Entscheidungen bis hin zu Verboten vorzubereiten und mit Gespür zu handeln“. Schon Mitte Mai hatte die EU zum Wassersparen aufgerufen. Man arbeite an einer „Wasserstrategie“, hieß es laut ZDF aus Brüssel.

Die EU-Umweltkommissarin Jessika Roswall erklärte damals den Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Wir wissen, dass wir zu viel Wasser verbraucht haben. Wir brauchen ein Problembewusstsein und eine neue Einstellung zu Wasser.“ Und weiter: „Die Industrie, die Landwirte, aber auch wir als Verbraucher müssen uns alle bewusst sein, dass Wasser ein endliches Gut ist.“ Nicht nur sie mahnt. Kürzlich erklärte Henk Ovink, Exekutivdirektor der Global Commission on the Economics of Water, Euronews: „Wir sollten besorgt sein. Wasser beeinflusst unsere Gesundheit, die menschliche Gesundheit, die Gesundheit unserer Kinder, wenn wir sie in einer gesunden Umgebung aufwachsen lassen wollen.“ (pm)

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