Spanischer Film La Bola Negra bricht Kassenrekorde und belegt Platz drei der Allzeit-Bestenliste

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Javier Ambrossi (l) und Javier Calvo nehmen den Preis für die beste Regie für „La bola negra“ bei der Preisverleihung bei den 79. Internationalen Filmfestspielen entgegen. (zu dpa: „Spanisches Drama „La Bola Negra“ gewinnt in Toronto“)
Javier Ambrossi (l) und Javier Calvo nehmen den Preis für die beste Regie für „La bola negra“ bei der Preisverleihung bei den 79. Internationalen Filmfestspielen in Toronto entgegen. © Andreea Alexandru/dpa

Erfolgsdrama von Javier Calvo und Javier Ambrossi nimmt an den spanischen Kinokassen rund 36,7 Millionen Euro ein und verzeichnet über fünf Millionen Besucher.

MADRID - Das spanische Filmdrama „La Bola Negra“ hat an den spanischen Kinokassen ein historisches Einspielergebnis erzielt und ist zum dritterfolgreichsten einheimischen Film aller Zeiten aufgestiegen. Wie das Branchenmagazin Variety berichtete, spielte die Produktion bis Anfang November schätzungsweise 36,7 Millionen Euro ein und lockte rund 5,4 Millionen Besucher in die Kinos. In der ewigen Rangliste der spanischen Eigenproduktionen liegt der Film damit nur noch hinter den Blockbustern „Ocho apellidos vascos“ und „Lo imposible“.

Die unabhängige Verleihfirma Elastica Films feiert mit dem Werk den bisher größten Kinohit des laufenden Jahres im Land.

Junges Publikum und Erfolg an den Kassen

Die Demografie der Kinobesucher von „La Bola Negra“ zeigt eine ungewöhnlich starke Dynamik bei jüngeren Zielgruppen für ein anspruchsvolles Drama. Wie das Portal AOL.com anmerkte, waren fast 40 Prozent der Befragten Kinogänger unter 35 Jahre alt, während Frauen einen Anteil von über 62 Prozent der Gesamtzuschauer ausmachten. Zudem wurde die Produktion bereits als offizieller spanischer Beitrag für die Oscar-Verleihung des kommenden Jahres vorausgewählt, was die Spielzeiten in den Kinos weiter verlängern dürfte.

Der nachhaltige Erfolg stärkt zugleich die Position unabhängiger Filmverleiher im nationalen Wettbewerb.

Starke Erholung des spanischen Kinomarktes

Der Erfolg des Dramas fällt zusammen mit einer drastischen Erholung des gesamten spanischen Theater- und Kinosektors. Nach Angaben von Variety stiegen die Einnahmen an den Kinokassen in den ersten 41 Wochen des Jahres im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent auf insgesamt 489,4 Millionen Euro. Spanische Eigenproduktionen machen in diesem Jahr etwa 60 Prozent des gesamten Marktvolumens aus, wobei mehr als ein Dutzend lokaler Titel die Marke von einer Million Euro Einspielergebnis überschreiten konnten.

Der Kinomarkt verzeichnet damit ein deutlich stärkere Wachstum als der weltweite Branchendurchschnitt.

Inspiration durch unvollendetes Theaterstück

Die Handlung des Films basiert auf einem unvollendeten Theaterstück des berühmten Dichters Federico García Lorca aus dem Jahr 1936. Laut einem Bericht von Harper’s BAZAAR erzählt das Werk die Geschichte eines jungen Mannes, der durch eine geheime Abstimmung aus einem elitären Klub ausgeschlossen wird. Die Regisseure strukturierten den Film über drei verschiedene Zeitebenen in den Jahren 1932, 1937 sowie 2017 und verknüpfen darin die Schicksale mehrerer Hauptfiguren mit dem historischen Werk des Autors.

Zur hochkarätigen Besetzung des Dramas gehören unter anderem Penélope Cruz und Glenn Close.

Historische Aufarbeitung der Bewegung

Die Filmemacher verarbeiteten für die Rekonstruktion des Drehbuchs zahlreiche historische Briefe und Archivdokumente aus der Zeit des spanischen Bürgerkriegs. Co-Regisseur Javier Ambrossi erklärte, dass das Ziel der Produktion darin bestand, eine generationenübergreifende Geschichte der Queer-Community in Spanien episch und mutig zu erzählen. Es gebe bisher nur wenige filmische Werke, welche die verbindende Geschichte dieser Gemeinschaft in der spanischen Kulturgeschichte umfassend aufarbeiten.

Die Macher wollten mit dem Werk eine Lücke in der nationalen Erinnerungskultur schließen.

Internationale Veröffentlichung und Ausblick

Nach der erfolgreichen Auswertung in den Kinos steht der globale Start des Films auf Streaming-Plattformen bevor. Die internationale Aufmerksamkeitswelle dürfte dem Werk auch bei kommenden internationalen Filmpreisen weitere Nominierungen einbringen. Branchenkenner erwarten, dass der Erfolg von „La Bola Negra“ künftigen spanischen Eigenproduktionen den Weg auf internationale Märkte ebnen wird.

Der Film gilt schon jetzt als meilensteinartiges Werk des modernen spanischen Kinos. (Redaktion)

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