Digitaler Führerschein soll Ende November kommen – das müssen Autofahrer nun wissen
Uns auf Google folgenEnde November soll der Führerschein aufs Handy kommen. Was Autofahrer jetzt vorbereiten müssen und wann die Plastikkarte trotzdem Pflicht bleibt.
Nach dem Fahrzeugschein wird nun auch der Führerschein digital. Wie das Bundesverkehrsministerium (BMV) der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) mitteilte, soll der Start Ende November erfolgen. Einen genauen Tag nennt das Ministerium nicht. Bisher war lediglich vom Jahresende die Rede. Der bisherige Kartenführerschein kann dann im Alltag zu Hause bleiben – zumindest im Inland.

Der digitale Nachweis soll in der kostenlosen i-Kfz-App des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) landen. Dort lässt sich seit November 2025 bereits der digitale Fahrzeugschein speichern. Laut KBA wurde die App bis Ende Oktober rund 2,5 Millionen Mal heruntergeladen. Der Behörde zufolge gilt als Voraussetzung iOS 17 oder Android 12.
i-Kfz-App läuft nicht auf jedem Smartphone
Allerdings weist die Behörde darauf hin, dass die Nutzung der App auf älteren Motorola‑Geräten nicht möglich sei. Unterstützt werden aktuell nur die Modelle Motorola Edge 50 Neo, Edge 50 Ultra und Razr 50 Ultra. Auf Geräten des Herstellers Huawei ist die Verwendung der App überhaupt nicht möglich.
Das brauchen Autofahrer
Wer den digitalen Führerschein nutzen will, muss sich zunächst online ausweisen. Dafür sind die Online-Ausweisfunktion des Personalausweises und die zugehörige PIN nötig, dazu ein NFC-fähiges Smartphone. Laut einem im Mai 2026 verkündeten Gesetz können Inhaber eines Kartenführerscheins, der ab dem 1. Januar 1999 ausgestellt wurde, die digitale Version beim KBA beantragen.
Kartenführerschein: 15-Jahre-Gültigkeit
Seit 19. Januar 2013 ausgestellte Kartenführerscheine sind nur noch 15 Jahre gültig. Nach Ablauf muss ein neues Passfoto eingereicht und die Karte erneuert werden. Wichtig: Die eigentliche Fahrberechtigung erlischt dabei nicht. Es ist keine neue Fahrprüfung oder ärztliche Untersuchung nötig (gilt für Pkw- und Motorradklassen).
Freiwillig und nur im Inland
Der digitale Führerschein ergänzt die Plastikkarte, er ersetzt sie nicht. Wer das klassische Dokument weiter nutzen möchte, kann das uneingeschränkt tun. Bei Kontrollen in Deutschland soll künftig auch der digitale Nachweis genügen. Das soll zudem Mietwagen- und Carsharing-Angebote erleichtern. Die Gewerkschaft der Polizei begrüßte die Digitalisierung der Dokumente bereits.
Wichtig: Der digitale Führerschein gilt zunächst nur in Deutschland. Im Ausland gilt er nicht, dort muss die Karte weiter mitgeführt werden. Zwar sieht die neue EU-Führerscheinrichtlinie einen europaweit gültigen digitalen Führerschein vor. Bis er nutzbar ist, dauert es aber noch einige Jahre – vermutlich frühestens 2029 oder 2030. Nach BMV-Angaben soll er Anfang 2027 außerdem in die europäische digitale Brieftasche, die EUDI-Wallet, einziehen.
ADAC: Freiwilligkeit entscheidend
Der ADAC begrüßt den Schritt als Erleichterung für den Alltag und als weiteren wichtigen Schritt bei der Digitalisierung von Verwaltungsleistungen. Entscheidend sei, dass die Nutzung freiwillig bleibt. Zudem müssten Datenschutz und Datensicherheit gewährleistet sein und das System im Alltag zuverlässig funktionieren.