Einsamkeit bekämpfen im Supermarkt: Rewe und Edeka führen Plauderkassen ein

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Von: Bettina Menzel, Kilian Bäuml

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Rewe und Edeka führen in Kempen Plauderkassen ein, um gegen Einsamkeit anzukämpfen. Ein Konzept, das mehr als nur Einkaufen bietet.

Kempten – Gleich zwei Supermärkte haben in Kempten eine Initiative begonnen, die das alltägliche Einkaufen verändern soll. Edeka und Rewe haben sogenannte Plauderkassen eingeführt, wie die Stadt berichtet. Es handelt sich dabei um Kassen, an denen die Kunden in aller Ruhe ihre Einkäufe bezahlen und dabei ein Gespräch mit dem Kassierer führen können.

Dieses Konzept ist eine Reaktion auf eine wachsende gesellschaftliche Herausforderung: die „Bekämpfung von Einsamkeit“. Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2010, die 148 Studien mit über 300.000 befragten Personen auswertete, stellte fest, dass Einsamkeit genauso schädlich sein kann wie das Rauchen. Sie kann so gefährlich sein wie das Rauchen von 15 Zigaretten pro Tag und doppelt so gesundheitsschädlich wie Fettleibigkeit. „Viele Menschen, vor allem ältere, kennen das Gefühl von Einsamkeit, und der Einkauf stellt oft den einzigen Kontakt zur Umwelt dar“, erklärt die Stadt die Motivation hinter der Initiative.

Neues Konzept in Supermärkten: Plauderkassen als Antwort auf die Einsamkeit

Die Plauderkassen sollen nicht nur eine Möglichkeit zur sozialen Interaktion bieten, sondern auch eine „positive und entspannte Einkaufserfahrung bieten.“ Im Gegensatz zu den üblichen Kassen, an denen die Kassierer die Waren oft mit Rekordgeschwindigkeit über das Band ziehen, bieten die Plauderkassen „Langsamkeit“, so die Stadt Kempten. Es bleibt jedoch jedem Kunden selbst überlassen, ob er die Plauderkasse nutzen möchte oder nicht. „Jeder Kunde kann sich individuell für oder gegen die Plauderkasse entscheiden.“ Allerdings ist dieses spezielle Angebot nur außerhalb der Stoßzeiten und nur an bestimmten Tagen verfügbar, nämlich mittwochs und donnerstags zwischen 10 und 13 Uhr.

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Ein älteres Ehepaar an der Supermarktkasse (Symbolbild). © IMAGO / Jochen Tack

Die Stadt Kempten hat das Projekt in Zusammenarbeit mit der Seniorenberatung und den Supermärkten Rewe und Edeka umgesetzt. Das Konzept der Plauderkassen ist jedoch nicht neu. In den Niederlanden gibt es sie schon seit einiger Zeit unter dem Namen „Kletskassa“. Die Supermarktkette Jumbo hat dort bereits rund 200 Filialen mit Plauderkassen ausgestattet. Auch in der Schweiz und in Japan gibt es ähnliche Konzepte, dort werden sie „Langsamkassen“ genannt und richten sich an Senioren und Menschen mit Behinderungen. Auch in Deutschland ist Kempten nicht die erste Stadt, die Plauderkassen eingeführt hat. Bereits im vergangenen Jahr wurde das Konzept Plauderkasten in einem Edeka-Markt in Schweinfurt umgesetzt.

Plauderkassen gegen Einsamkeit: Supermärkte setzen auf soziale Interaktion

Die Plauderkassen könnten einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Einsamkeit und ihrer Folgen leisten. Während der Corona-Pandemie, die wohl die einsamste Zeit für viele Menschen war, stieg der Anteil der Betroffenen mit moderaten bis schweren depressiven Symptomen von 6,4 auf 8,8 Prozent, wie eine Untersuchung der NAKO-Kohortenstudie ergab. Small-Talk an der Kasse kann durchaus positive Auswirkungen haben, meint Susanne Brückner, Psychologin an der Deutschen Sporthochschule Köln. Laut Experten kann der lockere Kontakt zu anderen Menschen im Alltag das subjektive Wohlbefinden positiv beeinflussen. Auch die KI könnte das Einkaufen bald für immer verändern.

Die Redakteurin oder der Redakteur hat diesen Artikel verfasst und anschließend zur Optimierung nach eigenem Ermessen ein KI-Sprachmodell eingesetzt. Alle Informationen wurden sorgfältig überprüft. Hier erfahren Sie mehr über unsere KI-Prinzipien.

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