WhatsApp-Betrug mit neuer Masche: Kriminelle kapern Accounts ohne Klick

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Die Postpolizei warnt vor einer neuen Betrugskampagne. Die Geldforderungen kommen von Kontakten aus dem Adressbuch und nicht von Unbekannten. So schützt man sich.

„Würdest du mir einen riesigen Gefallen tun? Mein Kreditkartenlimit ist ausgeschöpft und ich bräuchte etwas Geld, könntest du mir eine Überweisung machen?“. Die Nachricht auf WhatsApp kommt von einem Freund, oder zumindest von einem Kontakt im Adressbuch. Oft sogar mitten in einem bereits laufenden Gespräch. Doch diese Nachrichten erscheinen nur bei den Empfängern und nicht bei dem Kontakt, der sie scheinbar geschrieben hat.

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Dieser Artikel von Roberto Cosentino entstand in Kooperation mit Corriere della Sera.

Es handelt sich um eine neue Welle von Betrügereien in diesem Sommer, auf die die Postpolizei in einer Mitteilung hingewiesen hat. Die Opfer, über ganz Italien verstreut und im August betroffen, erleben stets dasselbe Drehbuch, mit dem einzigen Unterschied, dass die kompromittierten Accounts offenbar automatische Antworten geben, wenn die kontaktierten Nutzer um Erläuterungen zu den ungewöhnlichen Forderungen bitten.

Eine Person tippt auf einem Smartphone.
Vorsicht, WhatsApp-Betrug: Wie Kriminelle an Ihr Geld wollen. (Symbolbild) © Bernd Feil/ MiS/ Imago

In den bisher dokumentierten Fällen beruht die Verletzung nicht auf Social Engineering: Niemand hat Zwei-Faktor-Authentifizierungscodes preisgegeben, und im Abschnitt „Verknüpfte Geräte“ erscheint keine fremde Sitzung. In der am 29. August veröffentlichten Mitteilung spricht die Polizia di Stato ausdrücklich von „Zero-Click“-Angriffen, also ohne irgendeinen Lockvogel zum Anklicken und ohne zu öffnende Anhänge.

Betrug bei WhatsApp: Schwachstellen in veralteten Systemen und perfide Notfall-Szenarien

Die identifizierten Schwachstellen betreffen veraltete Versionen von iOS und WhatsApp auf Apple-Geräten und können in einigen Fällen ausgenutzt werden, ohne dass der Nutzer irgendeine Aktion ausführen muss. Haben die Kriminellen erst einmal Zugriff, versenden sie Nachrichten, in denen sie sich als bekannte Person ausgeben und unter Vorspiegelung eines Notfalls um Geld bitten. Das Phänomen ist nicht neu: Bereits im Mai hatte das italienische Unternehmen für forensische Informatik Forenser innerhalb weniger Tage mehrere Meldungen mit denselben Merkmalen gesammelt.

Damals wurden keine unbekannten Geräte unter den verknüpften angezeigt, es gab keine vom Nutzer autorisierten Kopplungen und die Fälle reichten vom iPhone 8 bis zum iPhone 14, alle mit einer Version von iOS 16. Die Polizia di Stato rät dazu, einige einfache Vorsichtsmaßnahmen zu beachten, um das Risiko einer Kompromittierung der eigenen digitalen Geräte zu verringern und Angriffe frühzeitig zu erkennen.

Empfehlungen der Polizei zum Schutz vor WhatsApp-Betrug

Vor allem sollte man keine Zahlungen leisten, bevor nicht die Identität der Person überprüft wurde, die die Forderung stellt, indem man diese direkt über eine andere Nummer oder ein anderes Gerät oder, wenn möglich, persönlich kontaktiert. Darüber hinaus sollten sowohl das Betriebssystem des Geräts als auch die WhatsApp-Anwendung stets auf dem neuesten Stand gehalten werden, um bekannte Sicherheitslücken zu schließen und die Angriffsfläche zu reduzieren.

Es wird empfohlen, regelmäßig den Bereich „Verknüpfte Geräte“ von WhatsApp zu kontrollieren, über den sich die mit dem eigenen Account verbundenen Sitzungen überprüfen und eventuell nicht erkannte Geräte sofort abmelden lassen. Außerdem sollte die Bestätigung in zwei Schritten aktiviert, der automatische Download von Inhalten und Anhängen eingeschränkt und das Gerät durch Code, Touch ID oder Face ID geschützt werden.

Was im Falle eines bereits kompromittierten Accounts zu tun ist

Ist der Account bereits kompromittiert, sollten die eigenen Kontakte umgehend gewarnt und aufgefordert werden, jede Geldforderung zu ignorieren, sowie das Wiederherstellungsverfahren gestartet werden. Hinweise und Fragen können an das Online-Kommissariat der Polizei, commissariatodips.it, gerichtet werden. Und in jedem Fall gilt: Bevor man auch nur einen Euro überweist, sollte man die Person unter der Nummer anrufen, die bereits im eigenen Adressbuch gespeichert ist.

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