Preissprung bei Benzin und Diesel: Spritpreise steigen ab Januar – 154 Euro pro Jahr Mehrkosten erwartet

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Von: Harald Hinze

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Autofahrer müssen sich ab Januar auf erneut deutlich höhere Spritpreise einstellen. Grund sind das Ende des Tankrabatts und der steigende CO2-Preis.

Auf Autofahrer in Deutschland kommt zum Jahreswechsel ein deutlicher Preissprung an den Zapfsäulen zu. Weil die befristete Absenkung der Energiesteuer – der sogenannte Tankrabatt – zum Jahresende ausläuft und zugleich die CO₂-Abgabe angehoben wird, klettern die Preise für Benzin und Diesel ab Januar spürbar. Der von der Bundesregierung diskutierte Spritpreisdeckel liegt bislang lediglich als Entwurf vor und wird die Teuerung zum Jahresstart wohl nicht abfedern.

Warum Benzin und Diesel ab Januar 2027 teurer werden

Verantwortlich für den Preisanstieg sind zwei zentrale Faktoren:

  • Ende des Tankrabatts: Die befristete Absenkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe um 14 Cent läuft Ende Dezember aus. Zusammen mit der Mehrwertsteuer entspricht dies rechnerisch einem Wegfall von rund 17 Cent Entlastung pro Liter Kraftstoff.
  • Steigende CO₂-Besteuerung: Beim nationalen CO₂-Preis wird der bisherige Festpreis von 55 Euro pro Tonne durch einen Preiskorridor von 55 bis 65 Euro abgelöst. Nach Berechnungen des ADAC führt dies zu einem Anstieg von knapp drei Cent je Liter Benzin sowie etwas weniger als drei Cent je Liter Diesel. Bei einem Mittelwert von 60 Euro pro Tonne liegt der gesamte CO₂-Abgabenanteil dann bei rund 17 Cent pro Liter Benzin und etwa 19 Cent pro Liter Diesel.

In der Summe müssen Autofahrer ab Januar mit einem Preissprung von rund 20 Cent pro Liter Kraftstoff rechnen.

An einer Zapfsäule hängen Tankschläuche für Superbenzin, Super E10 und Diesel: Ab Januar steigen die Preise für Benzin und Diesel spürbar an.
An einer Zapfsäule hängen Tankschläuche für Superbenzin, Super E10 und Diesel: Ab Januar steigen die Preise für Benzin und Diesel spürbar an. © Philip Dulian/dpa

Geplanter Spritpreisdeckel: Bisher nur ein Gesetzentwurf

Hoffnungen auf eine schnelle staatliche Preisbremse zum Jahreswechsel dämpft die Gesetzeslage. Der Entwurf aus dem Bundeswirtschaftsministerium von Katherina Reiche sieht keinen automatischen Höchstpreis ab dem 1. Januar vor.

Laut dem Entwurf darf die Bundesregierung erst dann eine Obergrenze festlegen, wenn Kraftstoff in Deutschland in drei aufeinanderfolgenden Wochen um jeweils mehr als fünf Prozentpunkte stärker steigt als im EU-Durchschnitt. Da die Prüfung durch die Markttransparenzstelle erst mit den Daten der zweiten Januarwoche beginnt, könnte ein Eingreifen frühestens im Februar erfolgen. Zudem könnte die staatliche Preisbremse ausbleiben, wenn die Spritpreise europaweit synchron steigen.

Wirtschaftsforscher bewerten die politischen Eingriffe und Debatten kritisch. Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), sagte dem Handelsblatt: „Der erneute Tankrabatt ist teuer, sozial ungerecht und ökonomisch kontraproduktiv.“ Auch vor überzogenen Erwartungen an den Preisdeckel warnte Fratzscher: „Die Erwartungen an den Spritpreisdeckel sind unrealistisch.“

Würde ein Spritpreisdeckel überhaupt helfen?

In der Politik und unter Ökonomen ist die Wirksamkeit eines solchen Deckels umstritten. Während Befürworter aus der SPD betonen, dass eine Obergrenze die Margen der Konzerne begrenze und den Staat kein Geld koste, warnen Experten vor Nebenwirkungen in der Diskussion über einen staatlichen Spritpreisdeckel.

Ökonomen wie Veronika Grimm und Clemens Fuest warnen vor Marktverzerrungen und Fehlanreizen; Grimm bezeichnete die Maßnahme als kurzsichtig. Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie warnt, dass zu niedrig angesetzte Obergrenzen erhebliche Risiken für Wettbewerb und Versorgungssicherheit bergen. Auch der ADAC dämpft die Erwartungen: Ein Deckel würde die durchschnittlichen Tagespreise an den Tankstellen höchstens geringfügig senken.

Prof. Manuel Frondel, Energieexperte des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, wies auf den Widerspruch zur Klimapolitik hin: „Die Politik hat den CO2-Preis ja eingeführt, um fossile Kraftstoffe teurer und damit unattraktiver zu machen. Wenn man das aussetzt oder Maßnahmen dagegen ergreift, sobald es Preiskapriolen gibt, unterwandert man den Plan.“

Beispielrechnung: Das bedeutet der Anstieg für Pendler

Für Berufstätige mit täglichem Arbeitsweg schlägt der Preisanstieg spürbar zu Buche, wie auch Berechnungen zu den Mehrkosten durch den CO₂-Preis verdeutlichen.

Modellrechnung für einen Arbeitnehmer mit 25 Kilometern einfachem Arbeitsweg:

  • Tägliche Fahrstrecke: 50 Kilometer (Hin- und Rückweg)
  • Jahresfahrleistung (bei 220 Arbeitstagen): 11.000 Kilometer
  • Kraftstoffverbrauch (bei durchschnittlich 7,0 Litern / 100 km): 770 Liter pro Jahr
  • Zusatzkosten ab Januar (bei ca. 20 Cent Mehrbelastung / Liter): rund 154 Euro pro Jahr

Bei verbrauchsintensiveren Fahrzeugen (z. B. 8,5 Liter / 100 km) steigt die rechnerische Mehrbelastung bei gleicher Strecke auf rund 187 Euro jährlich. Als teilweisen Ausgleich können Pendler die steuerliche Entfernungspauschale geltend machen, die bei 38 Cent pro Kilometer ab dem ersten Kilometer liegt.

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